Leserbrief an az Solothurner Zeitung, erschienen am 10. Juni 2013:

Ein Windpark ist nicht immer die beste Lösung

Ausgabe vom 5.6.2013 „Ein Schritt weiter Richtung Windpark“.

Im Artikel fehlt der Hinweis, dass Interessierte, die an der Sitzung teilnehmen wollten, ausgeschlossen wurden. Nur Communiqués wiederzugeben, ist vielleicht Journalismus, aber noch kein guter.

Der Gleichsetzung Alternative Stromerzeugung ist gute Stromerzeugung war ich auch einige Zeit erlegen. Nachträglich kommt mir das naiv und ideologisch vor. Es erinnert mich an die Sechzigerjahre, als von der friedlichen Nutzung der Atomkraft geschwärmt wurde. Kaum jemand wusste um die Problematik. Wir stehen noch ganz am Anfang eines Prozesses, in dem herauszufinden ist, welche Form der Energieerzeugung wohin passt, also breite Verwendung von Solarenergie, Kleinkraftwerken, etc. Der Atomausstieg wird möglich sein und es braucht dazu nicht eine Zerstörung der schönsten Landschaften und des Lebensraums seltener Tierarten. Wir können sicher sein, dass die Pläne für Hunderte von Windkraftanlagen auf den Jurahöhen in der Schublade sind. Es geht nicht nur um die Schwängimatt, sie soll nur der allererste Anfang sein. Die Gleichsetzung von Alternativ und Gut könnte auch dazu verleiten, die Betreiber von Windkraftanlagen für die Guten zu halten. Das wäre eine Naivität mehr. Geht es darum, ihre Pläne durchzusetzen und die verschiedenen Akteure zu beeinflussen und zu kaufen, funktioniert diese Industrie nicht anders als die Atomindustrie oder die Tabakindustrie. Freuen wir uns am Jura, solange das noch möglich ist.

Rainer Mattern, Laupersdorf



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